Kollekten und Sammlungen

Solidarität mit benachteiligten Menschen

Opferstock

Kollekten und Sammlungen sind für die Kirche eine große Hilfe.

Bild: iStockPhoto / richardschramm

Menschen wollen Menschen helfen und Teil einer konkreten Hilfe sein. Das betrifft materielle Gaben ebenso wie immaterielle.

Werke der Nächstenliebe – das war für die ersten christlichen Gemeinden vielerorts die Sorge um Kranke, Witwen und Waisenkinder. Mit Nahrungsmitteln und Geldspenden wurde den Armen geholfen. Da es keine sozialen Sicherungssysteme gab, bedeutete der Verlust des Ernährers den raschen wirtschaftlichen Absturz einer Familie – oftmals bis in die Sklaverei. In der Bibel ist bereits in den ältesten neutestamentlichen Texten die Rede vom Geld. Paulus zog durch die Welt des östlichen Mittelmeerraumes und sammelte Geld für die Gemeinde in Jerusalem (Römerbrief 15 und 2.Korinterbrief 8). Auch wenn er selbst nicht vor Ort war, sammelten die Gemeinden regelmäßig Woche für Woche weiter. Verwaltet wurden die Spendengelder von so genannten Vertrauensleuten. Für Paulus zeigte sich in der finanziellen Unterstützung für Jerusalem die Einheit der christlichen Gemeinden.

Kollekten und Sammlungen

Die Praxis der Geldsammlung für kirchliche Zwecke wird bis heute in der Kirchengemeinde im Gottesdienst durchgeführt. Dies wird häufig mit dem Begriff Kollekte oder „Klingelbeutel“ verbunden. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern legt jährlich für die Sonntage und kirchlichen Feiertage verbindlich für alle Gemeinden einen Kollektenzweck fest. Diese Kollekte wird in der Regel während des Gottesdienstes zwischen dem Ende der Predigt und den Fürbittengebeten gesammelt.

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Die gesammelten Gelder werden landeskirchenweit beispielsweise für die Kinder- und Jugendarbeit, die Kirchenmusik, die Diakonie, die evangelischen Schulen oder den Dienst an Frauen und Müttern eingesetzt. In den meisten Gemeinden wird zusätzlich eine Kollekte am Ausgang gesammelt. Diese steht der Gemeinde zur freien Verfügung, sie wird für einen durch die Gemeinde selbst bestimmten Zweck verwendet.

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern veranstaltet regelmäßige Sammlungen für Menschen in Not, für Projekte in Krisenregionen sowie für Unterstützungsmaßnahmen in ausländischen Partnerkirchen. Informationen zu aktuellen Projekten geben Hilfswerke wie „Brot für die Welt“ oder die landeskirchlichen Einrichtungen wie das Diakonische Werk Bayern oder das Centrum Mission EineWelt. Diese Partner setzen dann vor Ort – also in Bayern und weltweit – Projekte für mehr Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung um.


12.02.2016 / Andrea Seidel