Nürnberg

Neuer Ort für Bildung, Begegnung und Beratung

Die Planung für den "Evangelischen Campus Nürnberg" kann nun starten - ein Film von Axel Mölkner-Kappl.

Immobilie Nuernberg Bayreuther Straße 1 Außenansicht

Die Planung für den "EVangelischen Campus Nürnberg" kann nun starten,

Bild: ELKB

Die Landessynode hat über den Vorschlag, die Immobilie in der Bayreuther Straße 1 in Nürnberg zu einem Evangelischen Campus Nürnberg umzugestalten, beraten und beschlossen. Die Planung kann starten.

Die Landessynode der ELKB hat auf der Herbsttagung 2019 den Vorschlag beraten, die Immobilie in der Bayreuther Straße 1 in Nürnberg zu einem Evangelischen Campus Nürnberg umzugestalten. Mit großer Mehrheit hat sie beschlossen, Planungskosten in Höhe von 5 Millionen Euro im Haushalt bereitzustellen. Damit kann nun ein konkreter Planungsentwurf der Neugestaltung des Gebäudes erarbeitet werden, der im Herbst 2020 erneut der Landessynode zum Beschluss vorgelegt wird.

Zitat

Der Evangelischer Campus Nürnberg ist ein Beispiel, wie wir Vernetzung, Kooperation und Offenheit stärken wollen, beispielsweise die Vernetzung unserer Ausbildungsbereiche, gerade im sozialen Bereich. Der Campus am Rathenauplatz will ein zentraler Ort in der Stadtgesellschaft von Nürnberg sein, offen und einladend.

Oberkirchenrat Stefan Reimers zum Projekt Evangelischer Campus Nürnberg

Mit der Evangelischen Hochschule Nürnberg (EVHN), den Fachakademien Rummelsberg und weiteren christlichen Trägern kann in der Immobilie am Rathenauplatz ein neuer Ort für Bildung, Begegnung und Beratung entstehen. Damit wird die evangelische Kirche an einem weiteren zentralen Ort mitten in der Stadt Nürnberg sichtbar und erlebbar. Zugleich will die Landeskirche mit Vermietungen von Flächen beispielsweise an kommunale Verwaltungseinheiten oder privatwirtschaftliche Unternehmen einen Beitrag zur Finanzierung kirchlicher Arbeit erwirtschaften. Die Weiterentwicklung der Immobilie in dieser zentralen Lage ist auch städtebaulich ein großer Gewinn für Nürnberg.

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Im Sommer 2017 hat die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern (ELKB) die Immobilie in der Bayreuther Str. 1 in Nürnberg erworben. Derzeit ist die Immobilie vermietet und erwirtschaftet eine auskömmliche Mietrendite. Nach umfangreichen Vorarbeiten – Machbarkeitsstudien, Bestandsanalysen, genehmigungsrechtlichen Klärungen, Nutzerbedarfserhebungen und kirchenpolitischen Diskussionen – könnte das Gebäude zu einer Immobilie mit evangelischem Profil weiterentwickelt werden. Die Entscheidung liegt bei der Landessynode. Ein Schwerpunkt der Weiterentwicklung ist die Idee eines evangelischen Bildungscampus. Das Projekt trägt den Arbeitstitel „Evangelischer Campus Nürnberg“ (ECN).

Die Landessynode hat nun im Herbst 2019 den Vorschlag, die Immobilie in der Bayreuther Straße 1 in Nürnberg zu einem Evangelischen Campus Nürnberg umzugestalten, intensiv diskutiert. Die Investition in Höhe von 5 Millionen Euro, die die Landessynode nun beschossen hat, wird dafür eingesetzt, die Planung zu erstellen. So wird der Landessynode im Herbst 2020 eine fundierte Entscheidungsvorlage mit Nutzungskonzept, Kostenberechnungen, Wirtschaftlichkeitsrechnung und Investitionssumme vorgelegt werden.

Wie kam es zur Idee „Evangelischer Campus Nürnberg“?

Die Landeskirche sieht es als Chance, die Raumnöte der Evangelischen Hochschule Nürnberg (EVHN) sowie der Fachakademien Rummelsberg mit der erworbenen Immobilie in der Bayreuther Straße zusammenzudenken. Beide Träger brauchen für ihre mehr als 2.000 Studierenden, Schülerinnen und Lehrenden mehr Raum. Die gemeinsame Analyse der Herausforderungen und der Chancen des Gebäudes führten zu einem gut beschreibbaren „Kern-Interesse“: Bildung. Die Vorstellung „mehr als 2.000 junge Menschen in einem Gebäude” faszinierte wiederum andere Träger und Einrichtungen, wie zum Beispiel den CVJM. Inzwischen haben auch das Christliche Jugenddorfwerk Deutschland (CJD) mit einer Schule für junge Erwachsene mit Handicap sowie die Johanniter Unfallhilfe großes Interesse an einem Bezug dieses Gebäudes bekundet. 

Was ist das inhaltliche Konzept?

Mit den interessierten Einrichtungen wurde im Jahr 2018 und 2019 in mehreren Workshops eine Konzeption entwickelt. Die gemeinsame Vision lautete: „Verschiedene evangelische Einrichtungen unter einem Dach. Ein offener Ort für Bildung, Begegnung und Beratung.“  Folgende Chancen und Möglichkeiten waren in den Überlegungen leitend:

Miteinander:
Ein Miteinander von Mitarbeitenden
… in der Aus-, Fort- und Weiterbildung
… von Kirche und Diakonie
… von Kirche und Zivil- bzw. Stadtgesellschaft

Chancen:       
Kirche sichtbar mitten in der Stadt
:::
an einem zentralen Ort, öffentlich gut erreichbar, in unmittelbarer Nachbarschaft zu weiteren                        Bildungsstätten und kulturellen Einrichtungen
… im abgestimmten Miteinander mit den Kirchen(-gemeinden) in der Innenstadt und dem                      Prodekanat Nürnberg-Nord, den Einrichtungen am Egidienberg und auch der Jugendkirche LuX
… ein großer Saal entsteht, den es so in Nürnberg in evangelischer Verfügung nicht gibt; mit der Chance neben dem Lehrbetrieb die Räume u.a. auch für Studientage oder synodal initiiert zu nutzen (keine Konkurrenz zu Einrichtungen im Dekanat)

Neue Möglichkeiten:
… gemeinsame Kapelle für alle im Haus, Hostel, Skyline-Café, KiTa, Tagespflege (Kooperationen mit diakonischen Trägern vor Ort oder im Haus, Verknüpfung mit Studium und Ausbildung im Haus etc.)

Welche Einrichtungen sind konkret in den Überlegungen?

Insbesondere folgende Einrichtungen sind daran interessiert, in einem künftigen Evangelischen Campus Nürnberg ihr Zuhause zu finden:            
- die Evangelischen Hochschule Nürnberg (EVHN),  
- die Fachakademien Rummelsberg,  
- der CVJM,    
- das Christlichen Jugenddorfwerk (CJD) und die     
- Johanniter-Unfallhilfe.

 

Welche Investitionen wären für die Umgestaltung der Immobilie nötig?

Zunächst die Investition für die Planung in Höhe von 5 Millionen Euro. Darüber berät die Landessynode auf ihrer Herbsttagung 2019.  Für den möglichen Bau setzt der Projektlenkungsausschuss eine Größenordnung von 100 Millionen Euro an. Auf Basis der finalisierten Planung wird das Investitionsvolumen genau berechnet werden. Die Landessynode wird auf ihrer Herbsttagung 2020 über den Bau entscheiden.

Zur Finanzierung:

  • Ca. 25 Millionen Euro staatlicher Zuschüsse sind der ELKB in Aussicht gestellt worden. Sie beziehen sich auf die Bauteile für die Evangelische Hochschule Nürnberg, für die Rummelsberger Fachakademien und für die Kindertagesstätte.      
  • 25 Millionen Euro sind als kirchliche Eigenmittel geplant. Zur Refinanzierung werden die Bestandsimmobilien herangezogen werden, die mit der Eröffnung des Evangelischen Campus ganz oder teilweise frei werden. Durch den Verkauf des Gebäudekomplexes Bärenschanzstraße, in der die EVHN derzeit untergebracht ist, dürfte bereits deutlich mehr als die Hälfte der erforderlichen Eigenmittel generiert werden.
  • 50 Millionen Euro (Größenordnung) sollen über Fremdkapital finanziert werden.

Die Größenordnung für dieses Immobilienprojekt liegt damit insgesamt bei 155 Millionen Euro (Anschaffungs-, Planungs- und Baukosten).

Bliebe im Falle des Umbaus zu einem Evangelischen Campus Nürnberg weniger Geld für die Kirchengemeinden?

Nein. Die Gemeinden haben das gleiche Budget, egal ob ein Evangelisch Campus Nürnberg geplant und gebaut wird oder nicht. Selbiges gilt für diakonische, ökumenische oder sonstige kirchliche Zwecke. Das ergibt sich aus der Separierung von Ergebnishaushalt und Investitionshaushalt der ELKB. Planung und Bau stellen Investitionen dar.  Es findet ein Vermögenstausch statt („ergebnisneutralen Aktivtausch“). Anstelle von Geld besitzt die ELKB ein Gebäude. Das Gebäude kann sie verkaufen und erhält dann das Geld zurück. Die Investition wird im Investitionshaushalt abgebildet. Dagegen sind die Zuweisungen an die Gemeinden und die Zuwendungen an diakonische und sonstige Rechtsträger keine Investitionen, sondern Aufwand und somit Teil des Ergebnishaushalts („Gewinn- und Verlustrechnung“).

Wie wird das Gebäude zukünftig aussehen?

Im Juli 2019 hatte die ELKB einen Architekturwettbewerb für die Immobilie ausgelobt. Zur Teilnahme wurden 15 Architekturbüros in Zusammenarbeit mit Büros für Freianlagenplanung eingeladen.Gegenstand der Wettbewerbsaufgabe war die Schaffung eines zukunftsweisenden Ensembles, das in innovativer und zugleich wirtschaftlicher Form Raum für Begegnung und Kommunikation, Ausbildung, Lehre und Forschung schafft und zeitgemäße Arbeitsplätze bietet.

Die Preisträger für den Architekturwettbewerb für die Immobilie im Besitz der bayerischen Landeskirche in der Bayreuther Straße 1 in Nürnberg sind ausgewählt. Unter dem Vorsitz von Prof. Markus Allmann hat das Preisgericht, bestehend aus Architekten, Landschaftsarchitekten, Vertretern der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB) und der Stadt Nürnberg, drei Preise und eine Anerkennung vergeben.  

Den ersten Preis gewannen die Architekturbüros Carmody Groarke Ltd. aus London und Riehle+Assoziierte GmbH+Co. KG, Stuttgart, in Zusammenarbeit mit dem Büro Jonathan Cook Landscape Architects, London. Auf Platz zwei folgte das Architekturbüro Franz und Sue ZT GmbH aus Wien in Zusammenarbeit mit EGKK Landschaftsarchitektur, Wien. Der dritte Preis ging an das Architekturbüro Bär, Stadelmann, Stöcker Architekten + Stadtplaner Part GmbB aus Nürnberg in Zusammenarbeit mit club L94 Landschaftsarchitekten GmbH, Köln.

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Das Flächenprogramm im Wettbewerb sah Flächen für Bildungsinstitutionen vor, darunter für die Evangelische Hochschule Nürnberg, für die Fachakademien der Rummelsberger Diakonie e.V., für die Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.  und das Christliche Jugenddorfwerk. Neben Flächen für Büro und Verwaltung waren allgemeingenutzte Bereiche wie Konferenzzentrum, Hostel, gastronomische Angebote und eine Kindertagesstätte in der Wettbewerbsplanung enthalten.

„Wir freuen uns über die einladenden und ausdrucksstarken Entwürfe“, würdigte Oberkirchenrat Stefan Ark Nitsche, Mitglied des Projektlenkungsausschusses der ELKB, die Preisentwürfe. „Die Aufgabe stellte hohe Anforderungen an die Architektur, besonders bei der Fassadengestaltung. Alle drei Entwürfe zeigen mit ihrer Ensemblekonzeption, wie Raum für Bildung, Forschung und Begegnung attraktiv gestaltet werden kann.“ 

 

Ausstellung der Architekturentwürfe

Die Preisträgerentwürfe sowie alle weiteren eingereichten Wettbewerbsarbeiten werden ab Montag, 2. Dezember 2019, um 12 Uhr in der Galerie (1. UG) in einer öffentlichen Ausstellung in der Immobilie gezeigt. Sie können bis 6. Dezember 2019 zu den allgemeinen Geschäftszeiten (10 bis 17 Uhr) besichtigt werden.  


03.12.2019 / Andrea Seidel